DEGAM 2021
Um nach einer bestimmten ID zu suchen, geben Sie bitte eine Raute gefolgt von der ID ein (z.B. #123).

Vortrag - Freie Themen (Live)

Moderatoren: Stiel , Stephanie , Prof. Dr. rer. medic. (Institut für Allgemeinmedizin, Hannover, Deutschland); Chenot , Jean-Francois , Prof. Dr. med. (Abteilung Allgemeinmedizin, Greifswald, Deutschland)
 
Shortcut: V-30
Datum: Samstag, 18. September 2021, 14:45 - 16:15
Raum: Audimax Seminarraum 1
Sessiontyp: Vortrag

Abstract

Klicken Sie auf eine Einreichung für eine Vorschau des Abstractinhalts.

14:45 V-30-01

Post-COVID – Prävalenz und Risikofaktoren einer neuen Erkrankung (#241)

C. Förster1, M. Colombo1, A. - J. Wetzel1, P. Martus2, S. Joos1

1 Universtitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
2 Universtitätsklinikum Tübingen, Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie, Tübingen, Deutschland

Hintergrund

Seit dem erstmaligen Auftreten von SARS-CoV2 gibt es Berichte über persistierende Symptome nach einer COVID-19 Erkrankung („Post-COVID“). Bisherige Studien zu Post-COVID untersuchten meist hospitalisierte PatientInnen mit schwerem Akutverlauf. Von ambulant behandelten PatientInnen mit milderen Akutverläufen liegen bislang kaum belastbare Daten vor.

Fragestellung

Wie häufig finden sich nach überstandener Akuterkrankung persistierende Symptome? Welche Symptome treten wie häufig auf? Gibt es prädisponierende Faktoren für das Auftreten von Post-COVID?

Methoden

Als postalische Befragungsstudie wurde eine Vollerhebung aller positiv gemeldeten PatientInnen ab 18 Jahren im Zeitraum 01.03.-30.09.2020 in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Pforzheim durchgeführt. Prädiktoren für Post-COVID wurde mit Hilfe einer Regressionsanalyse identifiziert.

Ergebnisse

Von n= 4.392 angeschriebenen Erkrankten sendeten n=1.907 einen ausgefüllten Fragebogen zurück (Rücklauf: 43%). Nach vorläufiger Datenanalyse wurden 87% (n=1654) ambulant behandelt. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 201 Tage (SD: 60). 39% (n=735) des Gesamtkollektivs berichteten über Symptome, die zum Zeitpunkt der Befragung für mind. 12 Wochen andauerten. Die häufigsten persistierenden Symptome waren: körperliche Erschöpfung (41%), Müdigkeit (41%), Konzentrationsstörungen (30%), Geruchsverlust (30%) und Geschmackverlust (26%). PatientInnen mit Post-COVID waren im Vergleich zu PatientInnen ohne persistierende Symptome älter, weiblich, hatten einen schweren Akutverlauf und vorbestehende Erkrankungen. Die Ergebnisse der ergänzend durchgeführten Regressionsanalyse werden beim Kongress präsentiert.

Diskussion

Diese Studie liefert wertvolle Erkenntnisse zu Post-COVID bei einem überwiegend ambulant behandelten Kollektiv. HausärztInnen können diese Ergebnisse nutzen, um auftretende Symptome und Versorgungsbedarfe ihrer PatientInnen besser einzuordnen und Patientengruppen mit bestimmten Risikokonstellationen gezielter zu betreuen. Auf Forschungsseite sind Therapiestudien dringend nötig, um mögliche Behandlungsansätze für Post-COVID zu überprüfen.

Take Home Message für die Praxis

Post-COVID ist auch nach vermeintlich milden Akutverläufen häufig und stellt HausärztInnen vor neue diagnostische und therapeutische Herausforderungen.

Stichwörter: Post-Covid, Prävalenz, ambulantes Studienkollektiv
14:57 V-30-02

Assoziation zwischen Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule und zukünftigen Rückenschmerzen (#48)

J. - F. Chenot1, R. Kasch3, C. Nell2, M. Otto2, C. O. Schmidt4, G. Wassilew3, J. Truthmann1

1 Universitätsmedizin Greifswald, Abteilung Allgemeinmedizin, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
2 Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
3 Universitätsmedizin Greifswald, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
4 Universitätsmedizin Greifswald, Abteilung Ship-KEF, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hintergrund

Rückenschmerzen sind extrem häufig und bis zu 40% der Patienten die damit konsultieren erhalten eine Bildgebung. Querschnittsstudien zeigen nur einen geringen Zusammenhang zwischen Befunden in der Magnetresonanztomographie (MRT) der Wirbelsäule und Rückenschmerzen. Bisher gibt es nur wenige Längsschnittstudien. Die Prognose spielt für Therapieentscheidungen eine große Rolle.

Fragestellung

Gibt es einen Zusammenhang zwischen MRT-Befunden der Lendenwirbelsäule und zukünftigen Rückenschmerzen?

Methoden

In der populationsbasierten Kohortenstudie SHIP erhielten 3369 Teilnehmer zu Studienbeginn eine MRT der Wirbelsäule. Rückenschmerzstärke und Beeinträchtigung in den letzten 3 Monaten wurde bei Einschluss und durchschnittliche 6 Jahre später mit einer numerischen Ratingskala von 0-10 gemessen. Es wurde Degeneration der Bandscheiben, Höhenminderung, Protrusion, High intensity Zonen, Hypertrophie des Lig. flavum, MODIC, Schmorl-Knötchen, Spondylolisthese und Spinalkalkanalstenose untersucht. Anhand von Regressionsmodellen wurde die querschnittliche und längsschnittliche Assoziation zwischen einzelnen und kombinierten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule und Rückenschmerz geschätzt.

Ergebnisse

In der querschnittlichen Analyse war Rückenschmerzen zu Studieneinschluss etwas stärker mit Rückenschmerzen assoziiert mit Schätzern von durchschnittlich 0,06 Punkten für High intensity Zonen der Bandscheiben bis 0,83 Punkten bei Spondylolisthese. In der longitudinalen Analyse waren kaum Assoziationen mit zukünftigen Schmerzen nachweisbar, unabhängig davon ob zu Studieneinschluss Rückenschmerzen angegeben wurden. Mehr als 4 auffällige MRT Befunde im Vergleich zu keinen war mit geringfügig höheren Rückenschmerzen nach 6 Jahren assoziiert (0,84; 0.50 – 1,17). Bei Teilnehmern ohne Schmerzen zu Studieneinschluss (1,21; 0,04 – 2,37), aber nicht bei denen mit Schmerzen zu Studieneinschluss (-0,3; -0,99 – 0,38).

Diskussion

Degenerative Veränderung der Wirbelsäule alleine oder in Kombination haben meist keine klinisch relevante Assoziation mit zukünftigen Rückenschmerzen. Der Zusammenhang beträgt weniger als eine Einheit auf der Ratingskala.

Take Home Message für die Praxis

Die geringe prognostische Vorhersagekraft sollte bei der Indikation für MRT-Untersuchungen bei Rückenschmerzen und Interpretation und therapeutischen Entscheidungen aufgrund von MRT-Befunden der Lendenwirbelsäule bedacht werden.

Stichwörter: Bildgebung, Magnetresonanztomographie, Rückenschmerzen, Prädiktion
15:09 V-30-03

Primäre Palliativversorgung während der Covid-19 Pandemie - Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze in der Patient*innenversorgung am Lebensende: Online-Befragung von Hausärzt*innen in Deutschland (#29)

S. Stiel1, J. Tielker1, J. Weber1, N. Schneider1

1 Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin, Arbeitsgruppe Palliativversorgung, Hannover, Deutschland

Hintergrund

Während der SARS-CoV-2 Pandemie in Deutschland ist eine adäquate Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden (mit oder ohne COVID-19) sowie deren Angehörigen nicht zu jeder Zeit und in allen Settings möglich. Gleichzeitig wird die tragende Rolle von Hausärzt*innen in der ambulanten Versorgung deutlich.

Fragestellung

Analyse von Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze von Hausärzt*innen in der Betreuung von schwerkranken und sterbenden Patient*innen während der ersten pandemischen Hochphase 2020.

Methoden

Die Studie ist Teil des Verbundprojekts `PallPan` im Rahmen des BMBF-geförderten Netzwerks Universitätsmedizin. Durchgeführt wurde eine Online-Befragung von Hausärzt*innen im November und Dezember 2020. Die Rekrutierung erfolgte über Verteiler kooperierender allgemeinmedizinischer Lehrstühle und Verbände im Schneeballsystem. Deskriptive Auswertungen quantitativer Daten mittels SPSS. Freitextkommentare wurden inhaltsanalytisch nach Kuckartz ausgewertet.

Ergebnisse

410 Hausärzt*innen nahmen an der Befragung teil. Die Mehrheit bewertete die Qualität der Versorgung ihrer schwerkranken und sterbenden Patient*innen in der ersten pandemischen Hochphase in 2020 als gleichbleibend (61,5%), während 36,8% eine Verschlechterung wahrnahm.

Von allen Hausärzt*innen, die Hausbesuche bei schwerkranken und sterbenden Patient*innen in der Häuslichkeit machten, berichteten 61,4% von einer gleichbleibenden Anzahl und 28,5% von weniger Hausbesuchen als vor der Pandemie. Die Anzahl telefonischer statt persönlicher Kontakte mit Schwerkranken und Sterbenden erhöhte sich bei 62,7% der Hausärzt*innen und 36,1% boten auch Videosprechstunden an.

Nach Angaben der Hausärzt*innen durften viele Angehörige Patient*innen in Pflegeheimen nur eingeschränkt (48,5%) oder gar nicht besuchen (33,4%). Zudem wurden Ängste vor Einsamkeit von schwerkranken und sterbenden Patient*innen in Pflegeheimen (91,9%), zu Hause (87,3%) und im Krankenhaus (86,1%) von den Befragten wahrgenommen.

Diskussion

Die Ergebnisse unserer Online-Befragung unterstützen die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Palliativversorgung in Pandemiezeiten. Hausärzt*innen und Palliativmediziner*innen sollten in Krisenstäbe auf Mikro, Meso- und Makroebene eingebunden werden, um Versorgungsaspekte am Lebensende zu repräsentieren.

Take Home Message für die Praxis

Bei der Versorgung am Lebensende sollten das Aufrechterhalten von Angehörigenbesuchen besonders bedacht werden.

Stichwörter: SARS-CoV-2, ambulante Palliativversorgung
15:21 V-30-04

COVID19-Diagnostik in der Primärversorgung - Eine klinische Entscheidungsregel basierend auf selbstberichteten Symptomen und Kontakthistorie (#304)

C. Kellerer1, K. Rauscher1, K. Linde1, F. Kneissl1, A. Hapfelmeier1, 2, A. Schneider1

1 Technische Universität München, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, München, Bayern, Deutschland
2 Technische Universität München, Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, München, Bayern, Deutschland

Hintergrund

In der ambulanten Versorgung ist der Großteil der SARS-CoV-2 PCR-Tests negativ. Da dies mit einem enormen Einsatz von Ressourcen einhergeht, wäre eine gezieltere Testung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 sinnvoll.

Fragestellung

Es soll die diagnostische Genauigkeit von klinischen Zeichen und Symptomen hinsichtlich des Vorliegens bzw. des Ausschlusses einer SARS-CoV-2 Infektion bestimmt werden sowie klinische Entscheidungsregeln für die Primärversorgung entwickelt werden.

Methoden

Es wurde eine prospektive diagnostische Studie in 19 Hausarztpraxen durchgeführt. Alle Patient*innen, die für einen SARS-CoV-2 PCR-Test in die Hausarztpraxis gekommen sind, wurden konsekutiv in die Studie eingeschlossen. Selbstberichtete Symptome und Kontakthistorie dienten als Index-Test. Als Referenztest wurde ein PCR-Test mit Nasopharynx-Abstrichen durchgeführt.

Ergebnisse

Es wurden 1430 Patient*innen in die Studie eingeschlossen, von denen 1141 Patient*innen vollständige Daten aufwiesen. Mittels multipler logistischer Regression konnten die höchsten Odds Ratios (OR) hinsichtlich des Vorliegens einer SARS-CoV-2 Infektion für „Kontakt mit infizierter Person“ (OR 9,22, 95%CI 5,61-15,41), Anosmie/Ageusie (8,79, 95%CI 4,89-15,95), Fieber (4,25, 95%CI 2,56-7,09) und „plötzlicher Krankheitsbeginn“ (2,52, 95%CI 1,55-4,14) erzielt werden. Bei Patient*innen mit „Kontakt mit infizierter Person“ oder „Anosmie/Ageusie“ mit oder ohne selbstberichtetem „Fieber“ lag eine SARS-CoV-2 Infektion mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 84,8% vor. Eine negative Beantwortung der vier Items „Kontakt mit infizierter Person, Anosmie/Ageusie, Fieber, plötzlicher Krankheitsbeginn“ ergab einen negativen prädiktiven Wert (NPV) von 0,98 (95%CI 0,96-0,99). Der NPV von "völlig asymptomatisch", "kein Kontakt", "kein Risikogebiet" betrug 1,0 (95%CI 0,96-1,0).

Diskussion

Eine Entscheidungsregel basierend auf der Kombination der vier Items „Kontakt mit infizierter Person“, „Anosmie/Ageusie“, „Fieber“ und „plötzlicher Krankheitsbeginn“ ermöglichte den Ein- und Ausschluss einer SARS-CoV-2 Infektion mit hoher Sicherheit.

Take Home Message für die Praxis

Um eine SARS-CoV-2 Infektion mit 100%iger Sicherheit ausschließen zu können und so die Ausbreitung von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung verhindern zu können, kann der PCR-Test nur bei völlig asymptomatischen Patient*innen mit negativer Kontakthistorie eingespart werden.

Stichwörter: Diagnosctische Studie, COVID19, klinische Zeichen und Symptome
15:33 V-30-05

Covid-19- Ausbruch in Pflegeeinrichtung Thüringens: Perspektiven, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen- eine qualitative Studie (#328)

J. Poeck1, D. Stula2, J. Bleidorn1

1 Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
2 Stadt Weimar, Weimar, Deutschland

Hintergrund

Die SARS-CoV-2 Pandemie hat keine Altersgruppe und keinen Lebensbereich unberührt gelassen, schwere Verläufe und Mortalitätsraten von ca. 20% kommen insbesondere bei Patienten über 60 Jahren vor. Pflegeeinrichtungen mit zumeist multimorbiden Heimbewohner*innen waren besonders schwer von der Pandemiesituation betroffen und mit diversen Herausforderungen konfrontiert- u.a. hohe psychische und physische Belastungen für das Pflegepersonal, besondere Hygiene- und Isolationsmaßnahmen und Zugangsbeschränkungen für Angehörige, Ärzt*innen und Therapeut*innen.

Fragestellung

Ziel der Studie war es, unterschiedliche Perspektiven der beteiligten Professionen und betroffenen Angehörigen am Beispiel eines Ausbruchsgeschehens in einer Thüringer Pflegeeinrichtung zu reflektieren und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit zukünftigen Pandemiesituationen abzuleiten.

Methoden

Im Juni 2020 wurde ein Fokusgruppeninterview mit 9 Teilnehmer*innen verschiedener Interessensgruppen (Pflege, Heimleitung, Hausärzt*innen, Angehörige) durchgeführt. Die Fokusgruppe wurde mit einer Dauer von 120 Minuten in Präsenz durchgeführt, aufgezeichnet und wörtlich transkribiert. Die Auswertung erfolgte qualitativ-inhaltsanalytisch nach Mayring. Anschließend wurden die konsentierten Handlungsempfehlungen im Rahmen eines Kurzfragebogens nach Umsetzbarkeit und Relevanz in der Pflegeeinrichtung (n=17) bewertet.

Ergebnisse

Ein breites Spektrum an Emotionen und unterschiedlichen Erfahrungen wurde von allen Teilnehmenden berichtet. Für das Pflegepersonal zeigte sich z.B. psychophysische Erschöpfung, Überforderung im Umgang mit Angehörigen und mit den eigenen ambivalenten Gefühlen. Die Hausärzt*innen und das leitende Personal resümierten u.a. Unsicherheiten bzgl. der ständig verändernden Rahmenbedingungen und schwierige Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern. Als besonders relevante Handlungsempfehlungen wurden die Optimierung der Kommunikationsstrukturen zwischen Handlungs- und Verantwortungsträgern, Etablierung bundeseinheitlicher Standards für Test- und Besucherregelungen, wiederholte Hygieneschulungen und Maßnahmen zum Erhalt der seelischen Gesundheit des Pflegepersonals beurteilt.

Diskussion

Die erarbeiteten Empfehlungen können dazu beitragen, Prozesse für den Umgang mit zukünftigen Pandemiesituationen zu optimieren und die Vorbereitung auf zukünftige Ausbruchsgeschehen in Pflegeeinrichtungen zu erleichtern.

Take Home Message für die Praxis

Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Umgangs mit SARS-CoV-2 Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen sollten die Perspektive aller beteiligten Behandler*innen und Betroffenen berücksichtigen.

Stichwörter: Pflegeeinrichtung, Pandemie, Handlungsempfehlungen, Fokusgruppeninterview
15:45 V-30-06

Everyday lives of middle-aged persons living with multimorbidity: protocol of a mixed-methods systematic review. (#8)

A. I. González-González1, R. Brünn1, J. Nothacker4, T. S. Dinh1, M. - S. Brueckle1, M. Dieckelmann1, B. Müller1, M. van den Akker1, 2, 3

1 Goethe University, Institute of General Practice, Frankfurt, Hesse, Germany
2 KU Leuven, Academic Center for General Practice, Department of Public Health and Primary Care, Leuven, Belgium
3 Maastricht University, Department of Family Medicine, School CAPHRI, Maastricht, Netherlands
4 University of Freiburg, Institute for Evidence in Medicine (for Cochrane Germany Foundation), Medical Center- University of Freiburg, Faculty of Medicine, Freiburg, Baden-Württemberg, Germany

Hintergrund

Multimorbidity is the simultaneous occurrence of several (chronic) diseases. Apart from complex care needs, persons with multimorbidity often experience a substantial negative impact of their diseases and care on their family lives, leisure time and professional activities. To support the health and well-being of persons with multimorbidity, it is necessary to take into account how the diseases and the delivery of care affect their lives.

Fragestellung / Diskussionspunkt

How does multimorbidity affect the everyday lives of middle-aged persons? What abilities and resources support strategies to overcome the challenges of living with multimorbidity?

Inhalt

We will systematically search for studies reporting on the everyday life experiences of middle-aged persons (30-60 years) with multimorbidity (≥2 chronic conditions) in MEDLINE, CINAHL, PsycINFO, Social Sciences Citation Index, Social Sciences Citation Index Expanded, PSYNDEX and Cochrane Library from inception. We will include all primary studies that use quantitative/qualitative/mixed methodologies, irrespective of publication date/study setting.
Two independent reviewers will screen titles/abstracts/full texts, extract data from the selected studies and present evidence in terms of study/population characteristics, data collection method, and the outcome of interest. Risk of bias will be independently assessed by two reviewers using the Mixed Methods Appraisal Tool. We will use a convergent integrated approach on qualitative and quantitative studies, whereby information will be synthesized narratively and, if possible, quantitatively.

Take Home Message für die Praxis

This is the first systematic review on the everyday lives of middle-aged persons with multimorbidity and will establish a basis on which to develop evidence-informed interventions and promote resilience in this population.

This systematic review is embedded in the “MuMiA” (MUltimorbidity in MIddle-Aged persons) project, which aims to shed light on the challenges experienced by middle-aged persons with multimorbidity and polypharmacy on the one hand, and the self-management strategies employed by this group on the other hand.

Stichwörter: Multimorbidity, middle-aged, life experiences, coping skills, patient centred care