DEGAM 2021
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Vortrag - Aus- und Weiterbildung (Live)

Moderatoren: Zwierlein , Ruben , B.Sc. (Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland); Schreiber , Raphael , (Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland)
 
Shortcut: V-29
Datum: Samstag, 18. September 2021, 14:45 - 16:15
Raum: Audimax Hörsaal 3
Sessiontyp: Vortrag

Abstract

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14:45 V-29-01

Evaluation der PCOF (D) - ein Instrument zur Bewertung der patientenzentrierten Gesprächsführung im ambulanten Setting (#314)

I. Petruschke1, R. Kohl2, L. Mauksch3, F. Meissner1, K. Schmidt1, 4

1 Friedrich-Schiller Universität Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
2 Charité - Universitätsmedizin Berlin, Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, Berlin, Deutschland
3 University of Washington, Department of Family Medicine, Seattle, Vereinigte Staaten von Amerika
4 Charité - Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland

Hintergrund

Die Arzt-Patienten-Kommunikation trägt entscheidend zum Erfolg medizinischer Behandlungen bei. Die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen an Medizinstudierende hat daher in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Beurteilung und Bewertung dieser Kompetenzen erfolgen in Deutschland momentan uneinheitlich, es stehen nur wenige Instrumente zur Verfügung (wie z.B. der Maas Global-D). Die 2005 an der University of Washington entwickelte und validierte „Patient Centered Observation Form“ (PCOF) ermöglicht es, alle Bestandteile einer ambulanten Konsultation hinsichtlich Patientenzentrierung zu beobachten und als Grundlage für strukturiertes Feedback zu nutzen.

Fragestellung

Ziel der Studie war es, die PCOF ins Deutsche zu übersetzen und zu evaluieren.

Methoden

Nach Übersetzung und Rückübersetzung wurde ein Pre-Test zur Beurteilung der Anwendbarkeit durchgeführt. Zur Evaluation wurden darauf zehn aufgezeichnete Arzt-Patient-Konsultationen von acht geschulten Hochschullehrern/-innen anhand der PCOF-D bewertet. Als Maß der Übereinstimmung (Interrater-Reliabilität) wurden Cronbach´s und Krippendorff’s Alpha errechnet.

Ergebnisse

In 6 von 12 Gesprächsabschnitten lag Cronbach´s Alpha über 0,7. Außer in zwei Gesprächsabschnitten (Gemeinschaftliche Erarbeitung einer Agenda, Nutzung der elektronischen Patientenakte) zeigte Krippendorff’s Alpha eine überzufällige Übereinstimmung zwischen den Ratern.

Diskussion

Negative Werte für die beiden Konsistenzmasse können durch die fehlende Varianz in den Ratings oder die begrenzte Anzahl an bewerteten Videos erklärt werden. Hierdurch werden die Ergebnisse limitiert.

Um die Anwendung und Verbreitung der PCOF-D zu erleichtern, erscheint es sinnvoll, ein deutsches online-Trainingsmodul zu entwickeln, wie es auch für das englischsprachige Original existiert.

Take Home Message für die Praxis

Mit der PCOF-D steht ein geeignetes, deutschsprachiges Instrument zur Verfügung, um die kommunikativen Fähigkeiten Studierender und Ärzte in Weiterbildung hinsichtlich Patientenzentrierung differenziert zu erfassen.

Stichwörter: Arzt-Patienten-Kommunikation, formatives Feedback, Patientenzentrierte Gesprächsführung
14:57 V-29-02

ENTWICKLUNG UND EVALUATION EINES VOLLSTÄNDIG DIGITALEN BLOCKPRAKTIKUMS ALLGEMEINMEDIZIN – QUERSCHNITTSBEFRAGUNG UND KOHORTENVERGLEICH (#358)

M. Fehl1, V. Gehres1, A. - K. Geier1, T. Mundt1, K. Klinge1, M. Bleckwenn1, T. Deutsch1

1 Universität Leipzig, Selbstständige Abteilung für Allgemeinmedizin, Leipzig, Sachsen, Deutschland

Hintergrund

Aufgrund der COVID-19-Pandemie stellte die Universität Leipzig im Sommersemester 2020 vollständig auf Online-Lehre um. Auch für das Blockpraktikum Allgemeinmedizin musste ein digitales Äquivalent entwickelt werden. Das Lehrkonzept beinhaltete dabei zu bearbeitende Patientenfälle (SOAP-Schema), Blickdiagnosen, Informations- und Untersuchungsvideos sowie regelmäßige Interaktionsmöglichkeiten (z.B. Videochat) mit niedergelassenen Lehrärzt:innen, Dozierenden und Kommiliton:innen.

Fragestellung

Wie wurde das digitale Blockpraktikum und seine Einzelkomponenten von den Studierenden angenommen, genutzt und bewertet (Gesamteinschätzung, Spaß, Lerngewinn, Praxisbezug, Einblick in hausärztliche Tätigkeiten)? Welche Unterschiede zeigen sich zu den Bewertungen im konventionellen (“analogen”) Blockpraktikum?

Methoden

Querschnittbefragung nach Blockpraktikumsteilnahme unter Medizinstudierenden des 4. Studienjahres der Universität Leipzig zwischen April und Juni 2020 sowie Kohortenvergleich mit den Evaluationen des konventionellen Blockpraktikums aus dem Sommersemester 2019 und Wintersemester 2020/21.

Ergebnisse

Von 192 Studierenden, welche das digitale Blockpraktikum absolvierten, beteiligten sich 99 an der Evaluation (51,6%). Für den Kohortenvergleich standen 277 Evaluationen des konventionellen Blockpraktikums zur Verfügung. Der Mehrheit der Teilnehmenden hat das digitale Blockpraktikum Spaß gemacht (88%) und sie gaben an, fachlich viel gelernt (90%), Einblicke in die hausärztliche Tätigkeit gewonnen (77%) und einen hohen Praxisbezug wahrgenommen zu haben (91%). Zwei Drittel bestätigten, dass digitale Inhalte das Medizinstudium auch im normalen Lehrbetrieb ergänzen sollte. Fallbearbeitungen, Blickdiagnosen, Untersuchungsvideos und die (Online-)Kommunikation mit den Lehrärzt:innen wurden im Hinblick auf Spaß, Lerngewinn, Praxisrelevanz und Gewinnung von Einblicken in die hausärztliche Tätigkeit am besten bewertet. Im Kohortenvergleich wurde das digitale Blockpraktikum hinsichtlich der Vermittlung praktischer Fähigkeiten und Einstellungen teilweise schlechter, hinsichtlich der Wissensvermittlung jedoch sogar besser bewertet als das konventionelle Blockpraktikum.

Diskussion

Die digitalen Lehrformate wurden von den Studierenden sehr gut angenommen und als praxisnah empfunden. Insbesondere digitale klinische Fälle, Blickdiagnosen, Untersuchungs- und Informationsvideos sowie explizite Zeitfenster für den (Online-)Austausch zwischen Studierenden und Lehrärzt:innen sowie Dozierenden könnten Teil zukünftiger Blended Learning Konzepte für das Blockpraktikum sein.

Take Home Message für die Praxis

Digitale Lehrformate könnten zukünftige Blockpraktika im Sinne eines Blended Learning gewinnbringend ergänzen.

Stichwörter: Allgemeinmedizin, Blockpraktikum, Online-Lehre, Studentische Lehre
15:09 V-29-03

„Klasse Hausärzte (m, w, d)“ an der Medizinischen Fakultät Magdeburg: Zwischenbilanz der Pilotierungsphase der ersten beiden Jahrgänge (#392)

S. Brenne1, K. Bachmann1, T. Lichte1, R. John1

1 Otto-von-Guericke-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Hintergrund

Die hausärztliche Versorgungssituation ist vor allem in ländlichen Gegenden Deutschlands beunruhigend. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden an Medizinischen Fakultäten Projekte oder Programme (z.B. Landarztquote, Stipendien) zur Stärkung der Allgemeinmedizin initiiert. Zum Wintersemester 2019/20 wurde die “Klasse Hausärzte (m, w, d)“ als longitudinales Lehrkonzept an der Medizinischen Fakultät Magdeburg neu eingeführt. Das Studienangebot bietet eine 1:1-Betreuung durch Mentor*innen und begleitet teilnehmende Studierende über das gesamte Studium. Durch frühen Patient*innen-Kontakt in hausärztlichen Praxen werden Kompetenzen in der patientenorientierten Primärversorgung vermittelt. Begleitseminare mit allgemeinmedizinisch relevanten Themen runden das innovative Lehrkonzept ab. Die Lehrstunden sind durch das Curriculum abgedeckt.

Fragestellung

Wie beurteilen Studierende der ersten beiden Jahrgänge das Angebot der „Klasse Hausärzte (m, w, d)“?

Methoden

Für die Zwischenbilanz wurden die beiden ersten Jahrgänge der „Klasse Hausärzte (m, w, d)“ (2019: n=12 Studierende und 2020: n=13 Studierende) zu zwei Erhebungszeitpunkten anhand selbst entwickelter Erhebungsinstrumente befragt. T1 erfolgte vor dem ersten Seminar (n=15 Items); T2 nach dem ersten Studienjahr (n=23 Items). In die deskriptive Auswertung werden geschlossene und offene Fragen einbezogen.

Ergebnisse

Die teilnehmenden Studierenden zeichnen sich durch eine große Heterogenität hinsichtlich Alter, praktischen Vorerfahrungen im Gesundheitsbereich und beruflicher Zielsetzung aus. Die Praxistage in den Hausarztpraxen (Bewertung mit "sehr wichtig": 90,9% im Jahr 2019 versus 100% im Jahr 2020) sowie die Themen der Begleitseminare (z.B. „Arzt-Patienten-Kommunikation“, „Untersuchungstechniken“) werden insgesamt positiv beurteilt.

Diskussion

Insgesamt findet das Studienkonzept großen Zuspruch. Vor allem die praktischen Anteile in den Mentor*innenpraxen begeistern.

Take Home Message für die Praxis

Der frühe Praxisbezug in der Vorklinik ist das Alleinstellungsmerkmal der „Klasse Hausärzte (m, w, d)“. Die Zwischenergebnisse der ersten Pilotierungsphase zeigen zum einen die große Zustimmung der teilnehmenden Studierenden, beinhalten aber auch konstruktive Rückmeldungen für eine zeitnahe und nutzer*innengerechte Weiterentwicklung des Lehrkonzepts.

Stichwörter: Hausärztliche Versorgung, Longitudinales Lehrkonzept, Vorklinik, Medizinische Ausbildung, Mentorenpraxen
15:21 V-29-04

LandärztInnen Nord 2.0 - ein innovativer Ansatz für den steigenden Ärztebedarf (#409)

R. M. Zwierlein1, A. Hinz1, J. Steinhäuser1

1 Universität zu Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Schleswig-Holstein, Deutschland

Hintergrund

Der Ärztebedarf steigt kontinuierlich an. Bisher weitestgehend unberücksichtigte Gruppen sind nicht-ärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte im erwerbsfähigen Alter (Wiedereinsteiger*innen) sowie Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten (ÄaD). In beiden Gruppen befinden sich Fachärzte*innen, die innerhalb von Monaten der unmittelbaren Patientenversorgung zugeführt werden könnten.

Fragestellung

Entwicklung der Elemente und der Begleitevaluation des Fortbildungsprogramms für ÄaD und Wiedereinsteiger*innen.

Methoden

Das Fortbildungsprogramm wurde in Anlehnung an Kern (Kern 2009) entwickelt. Hierbei sind quantitative wie qualitative Methoden angewandt worden (Hahn & Steinhäuser 2019).

Ergebnisse

Im August vergangenen Jahres startete das Qualifizierungsprogramm mit den ersten 27 Teilnehmern*innen (TN). Die TN setzten sich aus 23 ÄaD und vier Wiedereinsteigerinnen zusammen. Die TN durchlaufen einen Objective Structured Clinical Examination (OSCE), eine praktische Prüfung in der Arzt-Patienten-Begegnungen simuliert werden. Im Anschluss bearbeiten die TN die Fragen eines zurückliegenden 2. Staatsexamens, um den theoretischen Wissensstand zu erheben. In einem zweiwöchigen, individualisierten Seminar und in Hospitationen in den Gebieten Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Chirurgie werden bei den TN evtl. vorhandene Lücken geschlossen. Zum aktuellen Zeitpunkt haben über 1/3 der TN ein festes Arbeitsverhältnis (Mai 2021). Die Bestehensquote der Kenntnisprüfung für ÄaD lag bei rund 80%. Subjektiv sind Ängste gegenüber der ärztlichen Tätigkeit gesunken, das Verständnis für die Allgemeinmedizin gestiegen und die Einstellung zum Arbeiten im ländlichen Raum positiver geworden.

Diskussion

Mit der Erweiterung eines vorhandenen Seminars, um die Elemente OSCE und Hospitation, nähert man sich internationalen Standards (z.B. USMLE) an.

Take Home Message für die Praxis

Mit diesem Fortbildungsprogramm wurde eine Intervention entwickelt, die den Ärztebedarf kurzfristig begegnen kann.

Stichwörter: Weiterbildung, Allgemeinmedizin, Ärztebedarf, Wiedereinsteiger*innen, Ärzte und Ärztinnen aus Drittstaaten
15:33 V-29-05

Effekte eines Online-Kurses in Point-of-Care Ultraschall (POCUS) für Ärzt*innen in Weiterbildung (#417)

J. Eismann-Schweimler1, D. Damjanovic2, K. Krüger1, M. Bischoff1, M. Ehrt1, A. Maun1

1 Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Baden-Württemberg, Deutschland
2 Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Freiburg, Baden-Württemberg, Deutschland

Hintergrund

Point-of-Care-Ultrasound (POCUS) bezeichnet das Verwenden eines tragbaren Sonographie-Gerätes mit Einsatzmöglichkeiten bei Hausbesuchen und am Patientenbett. In Online-Kursen können Teilnehmende durch die synchrone Übermittlung von Befundbildern und der Positionierung und Ausrichtung ihres Schallkopfes im Raum (Augmented Reality) direkt von Supervisor*innen beim Erlernen des Fertigkeit unterstützt werden. Neben dem Einsatz als geläufiges Diagnoseverfahren der Akut- und Basisversorgung ermöglicht POCUS durch die Lungensonographie eine sinnvolle Ergänzung in der COVID-19-Diagnostik.

Fragestellung

1. Sind Online-Kurse mit POCUS-Geräten zum Erlernen von sonographischen Untersuchungstechniken geeignet?
2. Wie ist die Akzeptanz eines Online-Kurses mit POCUS-Geräten unter Ärzt*innen in der Weiterbildung?

Methoden

In einem mehrwöchigen Kurs, bestehend aus Online-Schulungen und multimedial aufgearbeiteten Übungsaufgaben in Eigenverantwortung, werden sonographische Grundlagen im Bereich Thorax-Sonographie, Abdomensonographie sowie Kompressionssonographie vermittelt. Im Verlauf werden regelmäßig  Lernerfolgskontrollen durchgeführt.  Der Kurs wird begleitend durch eine strukturierte Befragung der Teilnehmenden und Lehrenden evalutiert hinsichtlich des Formats der Veranstaltungen, der inhaltlichen Vermittlung, sowie der eigenständigen Bearbeitung und Vertiefung der Inhalte.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Evaluation des ab Frühjahr 2021 stattfindenden Kurses werden im Rahmen des Vortrags vorgestellt.

Diskussion

Online-Kurse in Point-of-Care-Ultraschall bieten neue Möglichkeiten in der Kompetenzvermittlung für Ärzt*innen in Weiterbildung. Kenntnisse über Effekte dieser didaktischen Methode ermöglichen einen zielgerichteten Einsatz, insbesondere in Bezug auf die Vermittlung spezieller Fertigkeiten wie der Lungensonographie bei COVID-19.

Take Home Message für die Praxis

Online-Kurse in Point-of-Care-Ultraschall sind eine neue didaktische Methode zur Kompetenzvermittlung auf Distanz.

Stichwörter: Sonographie, Online-Didaktik, Weiterbildung
15:45 V-29-06

Digitale Lehre in den PJ-Begleitseminaren im Wahlfach Allgemeinmedizin an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) - Was können wir für die Zukunft mitnehmen? (#418)

I. Streitlein-Böhme1, B. Woestmann1, H. C. Vollmar1, K. Böhme1

1 Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Hintergrund

Um den Unterricht nicht ausfallen zu lassen, war es im März 2020 notwendig, neue Lehrformate für den 16 Unterrichteinheiten umfassenden Blended-Learning-basierten Seminarunterricht im Rahmen des PJ-Wahlfaches Allgemeinmedizin an der RUB zu generieren. Auch sollte die Umstellung ohne wesentlichen Qualitätsverlust geschehen. Für die Umsetzung wurden innerhalb von zwei Monaten alle Seminare in Online-Lehrformate überführt und den Studierenden über eine digitale Plattform bereitgestellt.

Fragestellung

Wie wird ein Online-PJ-Unterricht von Studierenden bewertet? Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Methoden

Die auf digitale Lehre ausgerichteten, jeweils 4 Unterrichtseinheiten umfassenden Seminareinheiten wurden unter Beibehaltung des Blended-Learning-Gedankens als synchrone Online-Präsenzveranstaltungen durchgeführt. Nach Abschluss der PJ-Tertiale von März 2020 bis Mai 2021 erfolgte für die Studierenden (N=14) eine Evaluation zu den Seminarveranstaltungen mit 23 semiquantitativen Fragen (5-stufige Skala vom Likert-Typ/1=sehr gut; 5=mangelhaft) zum digitalen Lehrformat, 5 offenen Fragen zu Akzeptanz, Vor- und Nachteilen dieses Lehrformates sowie 9 semiquantitativen Fragen zur Qualität der Seminarinhalte.

Ergebnisse

Der neue Online-PJ-Unterricht zeigte bei den Studierenden eine positive Resonanz. So wurden die Fragen zum digitalen Lehrformat mit MW=1,38 und die Inhalte der Seminare mit MW=1,49 (Range 1,07 bis 2,25) bewertet. Als eindeutiger Vorteil erwies sich der Wegfall von An- und Abreisezeit. Bei den Nachteilen standen die fehlenden Möglichkeiten nochmals praktische Fertigkeiten (z.B. Untersuchungstechniken) einzuüben sowie der fehlende persönliche Austausch untereinander im Vordergrund der konstruktiven Kritik.

Diskussion

Die sehr positive Bewertung der allgemeinmedizinischen PJ-Seminare durch die Studierenden nach Umstellung auf digitale Lehrformate konnte neue Perspektiven für die Lehre aufzeigen. Dies gilt vor allem im Hinblick auf die am Standort Bochum sehr dezentralen PJ-Ausbildungsstätten sowie auf die Möglichkeit, in Zukunft bundesweit PJ-Lehrpraxen in die PJ-Ausbildung einzubinden und damit das Angebot für den Standort Bochum zu vergrößern.

Take Home Message für die Praxis

Im Online-Format angebotene PJ-Wahlfach-Seminare im Fach Allgemeinmedizin haben vor allem für diejenigen Studierenden deutliche Vorteile, die in weiter vom universitären Standort angesiedelten PJ-Praxen ausgebildet werden.

Stichwörter: PJ-Seminare, PJ-Wahlfach Allgemeinmedizin, Digitale Lehre