DEGAM 2021
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Vortrag - Aus- und Weiterbildung (Live)

Moderatoren: Wild , Dorothea , Dr. med. (Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland); Volz-Willems , Sara , Dr. (Zentrum Allgemeinmedizin, Homburg, Deutschland)
 
Shortcut: V-26
Datum: Samstag, 18. September 2021, 11:30 - 13:00
Raum: Audimax Hörsaal 3
Sessiontyp: Vortrag

Abstract

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11:30 V-26-01

Niederlassen oder nicht? Entscheidungsfindung junger Fachärzt*innen für Allgemeinmedizin in Thüringen – eine qualitative Studie (#258)

A. Selditz1, J. Bleidorn1, J. Poeck1, S. Schulz1

1 Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Thüringen, Deutschland

Hintergrund

Die Anzahl an Fachärzt*innen für Allgemeinmedizin in Deutschland sinkt in den letzten Jahren. Das Interesse an der Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung wächst deutlich und immer mehr junge Fachärzt*innen entscheiden sich für eine Anstellung anstatt eine eigene Niederlassung zu übernehmen. Die Entscheidung über die Tätigkeitsform gestaltet sich als Prozess mit vielfältig zu unterschiedlichen Zeitpunkten einwirkenden Aspekten. Bisherige Untersuchungen zu dieser Entscheidung fokussierten jedoch vorrangig Einflussfaktoren.

Fragestellung

In dieser Studie sollen der Entscheidungsprozess zur ärztlichen Tätigkeit nach der Facharztprüfung für Allgemeinmedizin sowie darauf wirkende Einflussfaktoren untersucht werden.

Methoden

Im Zeitraum von 08/2020-03/2021 wurden 16 leitfadengestützte Interviews mit Fachärzt*innen für Allgemeinmedizin geführt, die vor maximal fünf Jahren ihre Facharztprüfung in Thüringen absolviert haben. Die Studienteilnehmer*innen wurden per E-Mail über das Kompetenzzentrum Weiterbildung bzw. über persönliche Kontakte des Instituts für Allgemeinmedizin in Jena akquiriert. Die Interviews wurden in Präsenz oder per Videokonferenz durchgeführt, die durchschnittliche Interviewdauer betrug 30 Minuten. Die Interviews wurden digital aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und anhand der inhaltlich-strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.

Ergebnisse

Die Teilnehmenden waren zu 81 % weiblich und durchschnittlich 37 Jahre alt. Es wird berichtet, dass sich im ambulanten Abschnitt der Weiterbildung die Entscheidung über die Tätigkeitsform festigt. Dabei spielen u.a. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der fachliche Kompetenzerwerb und die Vorbereitung auf betriebswirtschaftliche Aspekte der Niederlassung eine Rolle. Die Analyse wird bis Juli 2021 abgeschlossen und finale Ergebnisse auf dem Kongress präsentiert.

Diskussion

Auf Grundlage der zu identifizierenden Einflussfaktoren könnten Ansätze entwickelt werden, die jungen Fachärzt*innen den Einstieg in die Niederlassung erleichtern und sie gezielt auf ihrem Weiterbildungsweg unterstützen.

Take Home Message für die Praxis

Bedarfsgerechte Angebote vor und in der fachärztlichen Weiterbildung können dazu beitragen, junge Fachärzt*innen für Allgemeinmedizin in ihren Entscheidungen zu unterstützen und sie auf Herausforderungen in der Niederlassung vorzubereiten.

Stichwörter: Weiterbildung, Niederlassungsentscheidung, Tätigkeitsform
11:42 V-26-02

Wieviel interprofessioneller Austausch kann unter Pandemiebedingungen in einem Lehr-/Lernprojekt erreicht werden? (#260)

S. Gehrke-Beck1, W. Herrmann1, J. Seeger2, J. Schulz2, N. Zimmermann2, C. Czimmek3, A. Pevzner2, M. Petersen4, 2, I. Siebenbrodt2, H. Peters5, C. Kloft2, M. Schulz4, 2, R. Behrend6

1 Charité Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Berlin, Deutschland
2 Freie Universität Berlin, Institut für Pharmazie, Berlin, Berlin, Deutschland
3 Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Berlin, Deutschland
4 ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Berlin, Berlin, Deutschland
5 Charité Universitätsmedizin Berlin, Dieter Scheffner Fachzentrum für Ausbildungsforschung, Berlin, Berlin, Deutschland
6 Charité Universitätsmedizin Berlin, Fakultät-Koordination Modellstudiengang, Berlin, Berlin, Deutschland

Hintergrund

Interprofessionelle Ausbildung wird für die Gesundheitsstudiengänge gefordert. Daher haben wir zum Thema Arzneimitteltherapiesicherheit ein interprofessionelles Lehr-/Lernprojekt konzipiert. Dieses Angebot ermöglicht Medizin- und Pharmaziestudierenden in einem Seminar und anschließenden Tandemhospitationen und -simulationen gemeinsames Lernen. Pandemiebedingt wurde zunächst nur das fallbasierte Seminar als Online-Lehre umgesetzt.

Fragestellung

Welche Lernerfahrungen geben Studierende durch ein interprofessionelles Online-Seminar an und wie kann das Format aus ihrer Sicht verbessert werden?  Kann durch ein ausschließlich digitales Lernangebot die Wahrnehmung zum interprofessionellen Arbeiten verändert werden? 

Methoden

Das Seminar wurde in der curricularen Pflichtlehre in der Medizin durchgeführt und nach dem Sandwich Modell strukturiert. In einer prä-post-Evaluation wurde untersucht, inwieweit in einem zeitlich begrenzten Online-Seminar dennoch ein interprofessioneller Austausch ermöglicht werden konnte. In der Evaluation wurde, neben Zufriedenheit und Lernerfahrungen, der SPICE-2D Fragebogen zur Wahrnehmung von Medizin- und Pharmaziestudierenden zu interprofessionellem Arbeiten genutzt und deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse

19 Studierende (12 Pharmazie, 7 Medizin) nahmen an dem Seminar teil, davon 13 auch an der prä- und post- Evaluation (Rücklauf 68 %). 12 von 13 würden das Seminar weiterempfehlen. Die wichtigsten Lernerfahrungen waren, die jeweiligen Kompetenzen der Berufsgruppen und die gemeinsame Sicht auf die Patient*innen zu erkennen. Für den späteren Berufsalltag wünschen sich die Teilnehmenden mehr direkte Kooperation und Kommunikation. Für das Seminar wurde mehr Zeit in den Kleingruppen, komplexere Patient*innenfälle und das Vorstellen von Kooperationsprojekten gewünscht.  Der SPICE 2D- Fragebogen zeigte bereits initial hohe Zustimmungswerte zur interprofessionellen Zusammenarbeit, die nach dem Seminar weiter anstiegen.

Diskussion

Auch ein einmaliges digitales gemeinsames Lernen ermöglichte gegenseitiges Kennenlernen und weckte Interesse an späterer Zusammenarbeit. Die geringe Teilnehmendenzahl lässt keine sichere Interpretation bezüglich einer Änderung der Wahrnehmung zum interprofessionellen Arbeiten zu. Das Projekt wird im Folgesemester mit größerer Teilnehmendenzahl erneut durchgeführt.

Take Home Message für die Praxis

Auch in zeitlich begrenzten und digitalen Formaten kann ein interprofessioneller Austausch gelingen und das Potential einer interprofessionellen Patient*innenversorgung vermittelt werden.

Stichwörter: interprofessionelle Ausbildung, Arzneimitteltherapiesicherheit, Polypharmazie, Apotheke, interprofessionelle Patientenversorgung
11:54 V-26-03

Unterschiede in den Weiterbildungsbedürfnissen von Ärzt*innen in der Krankenhaus- versus Praxisphase (#269)

D. Wild1, K. Linden1, T. Welchowski1, 3, D. Dehnen2, B. Weltermann1

1 Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
2 Universitätsklinikum Duisburg-Essen, Institut für Hausarztmedizin, Essen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
3 Universitätsklinikum Bonn, Institut für Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie, Bonn, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Hintergrund

Die Kompetenzzentren Weiterbildung (KW) Allgemeinmedizin veranstalten Seminarprogramme zur Verbesserung der Motivation und Kompetenz von Ärzt*innen in Weiterbildung (ÄiWs). Oft ist es jedoch schwierig, ÄiWs in der Krankenhausphase zu erreichen. Wir berichten über Unterschiede in den Weiterbildungsbedürfnissen von ÄiWs je nach Weiterbildungsort aus dem KW Nordrhein.

Fragestellung

Wie unterscheiden sich ÄiWs in der Krankenhaus- bzw. Praxisphase in ihren Lern- und Weiterbildungsbedürfnissen?

Methoden

Das Kompetenzzentrum Nordrhein hat zwischen 2017 und 2020 31 Seminare für ÄiWs angeboten. Diese Seminare kombinierten medizinische Inhalte, Praxismanagement und Mentoring.

Nach jedem Seminar wurden die Teilnehmenden mittels Fragebogen zu ihrer Zufriedenheit, der Relevanz der Seminare für ihre tägliche Arbeit, Präferenzen für zukünftige Seminare und Arbeitssituation befragt. Mittels eines Proportionate Odds Model wurde analysiert, welche Faktoren Prädiktoren für eine positive Seminarbewertung waren und wie sich ÄiWs im Krankenhaus mit solchen in der Praxis unterschieden.

Ergebnisse

Es wurden Evaluationen von 575 Teilnehmenden analysiert. Die meisten waren Frauen (70,0%), zwischen 26 und 40 Jahren alt (80,8%) und hatten im Durchschnitt 3,54 ± 1,64 Weiterbildungsjahre absolviert. Die Mehrheit (83,8%) arbeitete zum Zeitpunkt der Erhebung in einer Praxis, 63% in Vollzeit. Die Gesamtbewertung war sehr positiv (95,9% sehr gut oder gut). ÄiWs im Krankenhaus unterschieden sich von denjenigen in der Praxis weder hinsichtlich der Gesamtbewertung der Seminare noch in der Wahrnehmung, dass die Seminare ihre Motivation verstärkten, Allgemeinarzt zu werden (p=0,73 bzw. 0,18). Allerdings empfanden ÄiWs im Krankenhaus die angebotenen Themen als weniger relevant (39,4% sehr zufrieden vs. 55,7%, p=0,02). Auch die Themenwünsche unterschieden sich (Top 3 für AiWs im Krankenhaus: Palliativmedizin, Notfälle und chronische Erkrankungen, für ÄiWs in Praxis: Abrechnung, DMP und Praxisfinanzen).

Diskussion

ÄiWs während der stationären Weiterbildung bewerten andere Themen als relevant als solche in der Praxis.

Take Home Message für die Praxis

Um mehr ÄiWs während der stationären Weiterbildung für die Seminartage zu gewinnen, sollten Ihre Themenwünsche zukünftig eine größere Berücksichtigung in den Seminarprogrammen finden.

Stichwörter: Weiterbildung, Krankenhaus, Kompetenzzentrum, Praxis, Lernbedürfnisse
12:06 V-26-04

Kommunikative Kompetenzen vermitteln in Zeiten zunehmender Digitalisierung – machen wir uns die Technik zu Nutze! (#287)

A. Mergeay1, J. Minde1

1 Universität Oldenburg, Abteilung Allgemeinmedizin, Oldenburg, Niedersachsen, Deutschland

Hintergrund

Erkrankte wünschen sich von den sie behandelnden Ärztinnen und Ärzten neben einer korrekten Diagnose und Behandlung auch Zeit für Gespräche. Forschungen belegen, dass die Kommunikation und das Artz-Patienten-Verhältnis außerdem Einfluss auf das Behandlungsergebnis haben. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den ärztlichen kommunikativen Fähigkeiten rückt auch durch die Neugewichtung des „Masterplan Medizinstudium 2020“ mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit, aber bisher wurden moderne Lehrmethoden unter Nutzung von Videotechnik wenig beforscht.

Fragestellung

Wie verändern sich die kommunikativen Kompetenzen der Studierenden unter Einfluss eines videobasierten Konsultationskurses mit Schauspielpatientinnen und Schauspielpatienten im Verlauf eines Studienjahres?

Methoden

Es wurde eine retrospektive longitudinale Beobachtungsstudie durchgeführt, bei der Veränderungen in der Kommunikation mit Fokus auf den partnerschaftlichen Beziehungsaufbau quantitativ erfasst wurden. Die kommunikativen Aspekte wurden transkribiert und in einer an dem Roter Interaction Analysis System (RIAS) orientierten Tabelle zusammengetragen. Mit dem zusätzlichen Kurzfragebogen des Online-Survey-Tools LimeSurvey wurden prospektiv Daten erhoben, um mögliche Einflussfaktoren zu erkennen und mit den Videodaten verknüpft. Insgesamt handelt es sich um eine deskriptive Beobachtungsstudie.

Ergebnisse

Es konnte dargestellt werden, dass bei 9 von 11 Studierenden eine Steigerung der erfassten positiven kommunikativen Äußerungen stattfindet. Im Mittel findet eine Steigerung von 17 Äußerungen zu Beginn des Studienjahres zu 27 Äußerungen am Ende des Jahres statt.

Diskussion

Die Studierenden kennen Kommunikationstechniken und setzen sie am Ende des Studienjahres vermehrt und sinnvoll ein. Besonders erfolgreich verläuft die Vermittlung der Inhalte bei Personen, die vor dem Studium keine Ausbildung oder Studium absolviert haben.

Take Home Message für die Praxis

Kommunikative Fähigkeiten sind durch selbst analysierte Videoaufzeichnungen von Konsultationsgesprächen gut zu vermitteln und zu erlernen. Auch in der allgemeinmedizinischen Praxis könnte mit gezieltem Einsatz von Videotechnik eine wichtige Hilfestellung zur Verbesserung der ärztlichen Kommunikation erreicht werden.

Stichwörter: kommunikative Kompetenzen, Videotechnik, Lehre
12:18 V-26-05

Tablet-basiertes Prüfen in einem kompetenzorientierten blended-learning Curriculum in der studentischen Lehre am Zentrum Allgemeinmedizin an der Universität des Saarlandes (#303)

S. Volz-Willems1, F. Dupont1, J. Jäger1

1 Universität des Saarlandes, Zentrum Allgemeinmedizin, Homburg, Saarland, Deutschland

Hintergrund

Wir haben, in Kooperation mit AMBOSS und dem IMPP, ein kompetenzorientiertes blended-learning Konzept im Pflichtkurs Allgemeinmedizin unseres Medizinstudiums eingeführt. Die Abschlussklausur wird Tablet-basiert durchgeführt. Dies erweitert die Möglichkeiten zur Überprüfung des Faktenwissens sowie höherer Kompetenzniveaus.

Fragestellung

Folgende Forschungsschwerpunkte werden im Rahmen des Tablet-basierten Prüfens behandelt:

1) Um die kursvorbereitende Wirkung auf das IMPP basierte Staatsexamen zu prüfen, vergleichen wir die Prüfungsperformance von IMPP-Fragen mit Fragen aus einem interfakultären Fragenpool (UCAN).

2) Wie erleben Studenten nach unserem kompetenzorientierten Kurs die Validität von key-feature-Fragen versus multiple-choice-Fragen zur Überprüfung der Kursinhalte?

Methoden

Die Forschungsfragen werden konsekutiv implementiert. Als Grundlage für das Prüfungsmanagement wurden alle Tablets mit UCAN´s tEXAM App ausgestattet. Von drei Ärzt:Innen, darunter zwei Allgemeinmediziner, wurden 30 IMPP- und 30 UCAN-Fragen selektiert, die mit dem Kursinhalt übereinstimmten. Die Auswahl wurde von den Ärzt:Innen einheitlich bestätigt. Auf jede Examensfrage folgte eine Forschungsfrage, in der die empfundene Kursinhaltszuordnung abgefragt wurde. Die Performance und Kursinhaltszuordnung wurden zwischen den beiden Fragenquellen verglichen. Analysen wurden mit dem Wilcoxon signed-rank test durchgeführt.

Ergebnisse

90 Klausurteilnehmer wurden in die Studie aufgenommen. Die Durchschnittsnote der Gesamtklausur nach IMPP-Kriterien war 1,71 (1-6-Skala). IMPP-Fragen wurden durchschnittlich von 93% der Studierenden richtig beantwortet, die fakultären Fragen von 80% (P = 0.0002). Durchschnittlich meinten 71% der Prüfungsteilnehmer, dass der Kurs sie auf die IMPP-Fragen vorbereitet hatte, auf die fakultären Fragen fühlten 60% sich vorbereitet (P = 0.044).

Diskussion

Die Unterschiede in Leistung und erlebter Vorbereitung zwischen den IMPP- und fakultären Fragen sind nicht groß. Die etwas besseren Ergebnisse bei den IMPP-Fragen lassen sich wahrscheinlich durch die Kursaufbau erklären, in dem IMPP-Fragen zur formativen Leistungsüberprüfung eingesetzt wurden.

Take Home Message für die Praxis

Tablet-basiertes Prüfen bietet erweiterte Überprüfungsmöglichkeiten, insbesondere auf höherer Kompetenzniveaus. Unsere ersten Forschungsergebnisse legen nahe, dass unser Kurs sowohl auf Staatsexamensfragen als auch auf universitätseigene Fragen gut vorbereitet. Ob diese Erkenntnis auch für höhere Kompetenzniveaus zutrifft, sollte in weiteren Studien erfasst werden.

Stichwörter: IMPP, Staatsexamen, Tablet-basiertes Prüfen, Kompetenzorientiertes Lernen, UCAN
12:30 V-26-06

Studierendenbefragung: „Digitale Lehre und Long Lockdown in der Covid-19-Pandemie“ (#312)

D. Adam1, S. Brenne1, M. L. H. Herrmann1

1 Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Allgemeinmedizin, Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Hintergrund

Seit Beginn der Sars-Cov-2-Pandemie wurde eine Vielzahl von Veröffentlichungen zur ad hoc-Umstellung der medizinischen Präsenzlehre auf online Formate publiziert (Tolks et al., 2020). Die Autoren berichten über Erfahrungen mit den digitalen Lehrformaten und deren Akzeptanz seitens der Studierenden und Lehrenden als auch deren Vor- und Nachteilen. Wie viele andere Standorte startete die medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke Universität (OVGU) Magdeburg im April 2021 ins dritte Semester mit überwiegend digitalen Lehrangeboten.

Fragestellung

Wie nehmen Studierende die Auswirkungen des Long Lockdowns auf ihre medizinische Ausbildung wahr und wie hoch ist aktuell ihre subjektive Lebensqualität?

Methoden

Eine Querschnittserhebung mittels Fragebogen (online Survey) soll unter Medizinstudierenden der OVGU Magdeburg durchgeführt werden. Diese beinhaltet Fragen zur Soziodemografie, den wahrgenommenen Auswirkungen des Long Lockdowns auf die medizinische Ausbildung und ein standardisiertes Messinstrument zur Erfassung der subjektiven Lebensqualität (WHOQOL-BREF). Zudem wird die Einstellung der Studierenden zur zukünftigen Implementierung digitaler Lehrformate im Medizinstudium erhoben. Der Fragebogen umfasst qualitative als auch quantitative Elemente. Die Studierenden werden über den Emailverteiler der medizinischen Fakultät von Juni bis August 2021 rekrutiert. Die Datenauswertung erfolgt mittels deskriptiver Statistik.

Ergebnisse

Die Auswertung ist für August 2021 geplant. Erste Ergebnisse liegen voraussichtlich im September 2021 vor.

Diskussion

Die Ergebnisse sollen mit bereits bestehenden Erhebungen der subjektiven Lebensqualität von Medizinstudierenden (Malibary et al., 2019; Zhang et al., 2012) vor dem Lockdown verglichen werden.

Take Home Message für die Praxis

Je nach Ergebnis der Evaluation wird eine Schlussfolgerung zur aktuellen Lebensqualität der Studierenden gezogen.

Stichwörter: Long Lockdown, digitale Lehre, Lebensqualität, Studierendenbefragung