DEGAM 2021
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One-Slide-Five-Minutes (Live)

Moderatoren: Seipp , Hannah , (Abteilung für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland); Noack , Eva Maria , Dr. (Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland)
 
Shortcut: OS-01
Datum: Donnerstag, 16. September 2021, 16:45 - 18:15
Raum: Audimax Seminarraum 3
Sessiontyp: One-Slide- Five-Minutes

Abstract

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16:45 OS-01-01

Der Stellenwert von Online-Lehrveranstaltungen im Rahmen der Weiterbildung Allgemeinmedizin – ein Vergleich von Präsenz und Online-Seminaren am Kompetenzentrum Baden-Württemberg (KWBW) Verbundweiterbildungplus (#349)

C. Alber1, M. Bischoff1, S. Schwill2, J. Eismann-Schweimler1

1 Universität Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
2 Universität Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland

Hintergrund

Das KWBW  bietet begleitend zur Weiterbildung Allgemeinmedizin ein curriculares Seminarprogramm  für Ärzt*innen in Weiterbildung (ÄiW) an, um die Weiterbildung attraktiver zu gestalten, die Qualität zu verbessern und die Vernetzung zu fördern. Während der Covid-19 Pandemie musste das Präsenzseminarprogramm auf ein Online-Format umgestellt werden.

Fragestellung / Diskussionspunkt

Werden die Online-Seminare von den ÄiW angenommen?
Wird die Zielsetzung der Weiterbildung im Online-Format erfüllt?

Inhalt

Methoden: Retrospektive Auswertung der Evaluationen der teilnehmenden ÄiW von 9 Einzelseminartagen (EST) zwischen 2016 und 2021 in Freiburg. Die Bewertungen  erfolgten anhand des Schulnotensystems (Noten 1 bis 6). Zusätzlich wurden die Freitextkommentare ausgewertet.
Ergebnisse: Pro EST betrug die durchschnittliche Teilnehmerzahl in Präsenz (EST) n=40,5 und im Online-Format (e-EST) n=39,75. Im Mittel wurde der Gesamteindruck in Präsenz mit der Schulnote 1,48, im Online-Format mit 1,53 bewertet. Die Möglichkeit des kollegialen Austausches wurde mit 1,44 (EST) und 2,35 (e-EST), die Organisation mit 1,52 (EST) und 1,33 (e-EST) bewertet.  Die Bewertungen zu den Punkten Bezug zur Praxis, Beteiligungsmöglichkeit, didaktische Methoden sowie Informationsgehalt der Seminare wichen nur gerinfügig von einander ab und wurden jeweils mit Noten zwischen 1 und 2 bewertet. In den Freitextkommentaren wurden in Präsenz besonders die gemeinsame Mittagspause mit der Möglichkeit zum Austausch als positiv, als negativ der Aufwand zu verschiedenen Seminarorten zu gelangen bewertet.
Diskussion: Die Anzahl der Teilnehmenden hat im Vergleich Präsenz- zu Online-Veranstaltungen nicht abgenommen und auch der Gesamteindruck der EST sowie die Qualität der einzelnen Seminare war in beiden Formaten sehr gut bewertet worden.Der kollegiale Austausch ist im Online Format signifikant schwieriger. Hier gilt es zukünftig weiter Angebote wie z.B. Austausch über Messenger Apps oder virtuelle Pausenplattformen anzubieten.

Take Home Message für die Praxis

Online-Seminaren im KWBW werden ebenso gut besucht wie Präsenzseminare.Hinsichtlich der  Qualität ist die Bewertung beider Seminarformen sehr gut. In Präsenzseminaren ist der  kollegiale Austausch deutlich besser, aber e-EST ermöglichen eine flexiblere Teilnahme und bessere Vereinbarkiet von Familie und Weiterbildung.

Stichwörter: Weiterbildung Allgemeinmedizin, digitales Lernen, Online-Seminare, Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg
16:53 OS-01-02

Medi-Landkompass-Entwicklung einer bundesweiten Informationsplattform für Ausbildungs- und Förderangebote im kleinstädtischen-ländlichen Raum (#362)

S. Sauer1, T. R. Schurer1, A. Jilek1, S. Lippmann1

1 Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Selbstständige Abteilung für Allgemeinmedizin, Leipzig, Sachsen, Deutschland

Hintergrund

Die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Daseinsvorsorge hat einen hohen Stellenwert inne. Bundesweit gibt es vielfältige Bemühungen, um Medizinstudierende für eine spätere ärztliche Tätigkeit in Kleinstadt und Land zu gewinnen. Der “Masterplan Medizinstudium 2020” sieht vor, dass Studierende zunehmend frühzeitig und studienbegleitend Erfahrungen mit der ärztlichen Tätigkeit außerhalb der Großstädte sammeln sollen. Es fehlt bislang eine bundesweite Online-Informationsplattform, um die Bekanntheit der zahlreichen regionalen wie regionsübergreifenden Angebote der unterschiedlichsten Akteure bei den Hochschulen und den Studierenden zu etablieren.

Fragestellung / Diskussionspunkt

Zwei wesentliche Fragestellungen begleiten das Projekt über die gesamte Laufzeit (01/2021 - 12/2023):

  • Ist die zielgruppenspezifische Bereitstellung einer Informationsplattform für Förder- und Ausbildungsangeboten im kleinstädtisch-ländlichen Raum eine erfolgsversprechende Intervention, um die Bekanntheit und Nutzung dieser Angebote unter Studierenden als auch relevanten Akteuren zu verbessern?

  • Gelingt es darüber hinaus, die Attraktivität einer späteren ärztlichen Tätigkeit im kleinstädtischen-ländlichen Raum über die Darstellung der unterschiedlichen Angebote zu stärken und beruflicher Potentiale aufzuzeigen?

Inhalt

Das Ziel des vom BMG geförderten Projektes der Abteilung für Allgemeinmedizin der Universität Leipzig besteht in der Entwicklung, Erprobung und Evaluierung einer deutschlandweiten Online-Informationsplattform zu bestehenden Ausbildungsangeboten und Fördermaßnahmen für Medizinstudierende im ländlichen Raum. Dabei werden alle dezentralen sowie bundesweiten Angebote unterschiedlicher Institutionen recherchiert, analysiert und einheitlich schematisch aufgearbeitet. Seit Projektstart sind bisher ca. 500 Angebote identifiziert worden.

Durch die initiale und im Projektverlauf wiederholte wissenschaftliche Befragung der Zielgruppen der Plattform (Studierende und Lehrverantwortliche) sollen Erkenntnisse über deren Bedürfnisse im Hinblick auf die Präsentation der Angebote gewonnen werden.

Take Home Message für die Praxis

Die Informationsplattform "Medi-Landkompass" soll bundesweit Fördermaßnahmen und Ausbildungsangebote strukturiert und leicht zugänglich darstellen sowie deren Bekanntheit stärken. Zudem soll die Plattform zu einer stärkeren Vernetzung zwischen den ländlichen Ausbildungs- und Förderprogrammen beitragen.

Stichwörter: Förderung, Digitalisierung, Masterplan 2020, Informationsplattform, Ländlicher Raum
17:01 OS-01-03

Ein Rollator für Sehbehinderte (#428)

C. J. Schreiber1, 2, T. Reeps1, C. Tropp1, R. J. Schreiber2, 3

1 Stiftung Louisenlund, Güby, Schleswig-Holstein, Deutschland
2 Praxis Schreiber, Bad Schwartau, Schleswig-Holstein, Deutschland
3 Universität zu Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Schleswig-Holstein, Deutschland

Hintergrund

Normalerweise nutzt ein Sehbehinderter einen Blindenstock, um sich in seiner Umwelt zu orientieren. Kommt zu der schon vorhandenen Sehbehinderung nun aber noch eine Sturzneigung hinzu, welche die Benutzung einer Gehhilfe notwendig macht, fällt der Blindenstock automatisch weg. Diese Menschen können sich plötzlich nicht mehr frei und ohne die Hilfe Dritter bewegen.

Auch frühere Projekte bei Jugend forscht (1)(2) und Forschungsverbünden (3) haben sich mit diesem Thema beschäftigt.

(1)Dahesch,K. Rollator mit Abstandswarner (2009) https://www.fr.de/panorama/rollator-abstandswarner-11547120.html (Abgerufen 17.04.2021)
(2)Junge Tüftlern entwickelt Hilfe für Sehbehinderte (2013) https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/junge-tueftlerin-entwickelt-hilfe-sehbehinderte-2754349.html (abgerufen 17.04.2021)
(3)Andreas Wachaja et al. Navigating Blind People with Walking Impairments using a Smart Walke
In Kunze C. / Kricheldorff C. Assistive Systeme und Technologien zur Förderung der Teilhabe für Menschen mit Hilfebedarf (2017) Pabst Science Publishers S 11ff

Fragestellung / Diskussionspunkt

Da diese Projekte bislang keinen Einzug in Hilfsmittelkataloge gefunden haben, versuchten wir mögliche Hinderungsgründe zu umgehen.

1)  Die Technik muß einfach sein, soll also nicht zuviele Anforderungen auf einmal bedienen.

2)  Wir verzichten auf eine akustische Informationsübermittlung, da gerade im Setting in Pflegeheimen die Zuordnung zum eigenen Rollator schwierig wäre.

Inhalt

Vorgestellt wird eine Modifikation eines handelsüblichen Rollators.
Über Ultraschallsensoren wird die Umgebung erfasst.
Über in den Handgriffen platzierte Vibrationsmotoren erfolgt eine taktile Informationsübermittlung. In Richtungsabhängigkeit des Hindernisses im Laufweg erfolgt die Ansteuerung beider oder des jeweiligen Vibrators. Die Signalstärke entspricht dem Abstand.
Mittels eines Raspberry Pi erfolgt die Informationsverarbeitung.
Die aktuell erreichte Auflösung von Gegenständen in der Umgebung beträgt 1,5 cm.

Take Home Message für die Praxis

Hilfsmittel für die Kombination von Seh- und Gehbehinderung haben bislang noch keinen Einzug in die Routineversorgung gefunden.
Es ist der Prototyp eines Hilfsmittels entstanden, das eine Orientierung im Raum bei gleichzeitiger Seh - und Gehbehinderung erleichtert.
Durch den Verzicht auf akustische Informationsübermittlung ist auch eine Nutzung durch mehrere Personen in einem Raum möglich.

Stichwörter: Hilfsmittel, Sehbehinderung, Gangunsicherheit
17:09 OS-01-04

Gesundweiser.de - Eine niedrigschwellige und frei verfügbare E-Learning-Plattform zur Steigerung der digitalen Gesundheitskompetenz (#7)

L. König1, E. Marbach-Breitrück1

1 Stiftung Gesundheitswissen, Berlin, Berlin, Deutschland

Hintergrund

Gesundheitskompetenz beschreibt die Fähigkeit einer Person, sich mit gesundheitsrelevanten Fragestellungen auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen, die dem Erhalt und der Förderung der eigenen Gesundheit dienen. Hierzu zählt auch die digitale Gesundheitskompetenz, welche mitunter die Fähigkeit beinhaltet, gesundheitsrelevante Informationen im Internet zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für die eigene Person nutzbar zu machen.

Fragestellung / Diskussionspunkt

Aus bevölkerungsrepräsentativen Umfragen ist bekannt, dass die Mehrheit der in Deutschland lebenden Befragten nur über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügt. Dieses Ergebnis ist kritisch, da sich eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz negativ auf die Gesundheit sowie auf die adäquate Nutzung des Gesundheitssystems auswirken kann. Zudem ist bekannt, dass zentrale Stakeholder im deutschen Gesundheitswesen der digitalen Gesundheitskompetenz einen hohen Stellenwert beimessen, es allerdings kaum inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Thema gibt und es an überzeugenden Förderkonzepten mangelt. Dementsprechend stellt sich die Frage, inwieweit Hausärztinnen und Hausärzte die digitale Gesundheitskompetenz ihrer Patientinnen und Patienten fördern können.

Inhalt

Da der Grundstein für eine positive Entwicklung der digitalen Gesundheitskompetenz früh gelegt wird, ist eine Schulung der digitalen Gesundheitskompetenz bereits im Jugendalter ratsam. Daher hat die gemeinnützige Stiftung Gesundheitswissen die niedrigschwellige und frei verfügbare E-Learning-Plattform Gesundweiser.de zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz entwickelt, welche sich sowohl an Jugendliche als auch an ältere Zielgruppen richtet. Eingebettet in eine alltagsnahe Rahmenstory wird den Nutzerinnen und Nutzern in interaktiven Übungen unter anderem vermittelt, wie sie verlässliche Gesundheitsinformationen im Internet erkennen können. Um die Lernmotivation dauerhaft aufrechtzuerhalten, wurden Gamification-Elemente in die E-Learning-Plattform integriert. Die zur Verfügung gestellten Inhalte wurden anhand anerkannter Standards, wie der Leitlinie zur Erstellung evidenzbasierter Gesundheitsinformationen, entwickelt und sie werden kontinuierlich auf ihrer Aktualität hin überprüft. Zudem wird die Wirksamkeit der E-Learning-Plattform in wissenschaftlichen Begleitstudien evaluiert, um eine kontinuierliche Qualitätssicherung zu gewährleisten.

Take Home Message für die Praxis

Hausärztinnen und Hausärzten steht mit der E-Learning-Plattform Gesundweiser.de ein niedrigschwelliges und frei verfügbares Angebot zur Verfügung, welches sie zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz empfehlen können.

Stichwörter: Digitale Gesundheitskompetenz, Digitalisierung, E-Health, E-Learning, Intervention
17:17 OS-01-05

Wie kann eine randomisierte, kontrollierte Studie mit virtuellen Fallbesprechungen im hausärztlichen Setting umgesetzt werden? Machbarkeitsstudie der Studie rehapro-SERVE zur Verringerung von Arbeitsunfähigkeitszeiten von Personen mit gesundheitlichem Erwerbsminderungsrisiko. (#9)

H. Seipp1, V. van der Wardt1, U. Seifart2, A. Heitz2, S. Rolfs2, C. Maulbecker-Armstrong3, A. Schneider3, R. Kraicker3, A. Becker1

1 Philipps-Universität Marburg, Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin, Marburg, Hessen, Deutschland
2 Deutsche Rentenversicherung Hessen, Marburg, Hessen, Deutschland
3 Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich Gesundheit, Gießen, Hessen, Deutschland

Hintergrund

Arbeitsunfähigkeit aufgrund von gesundheitlicher Beeinträchtigung ist sowohl für die einzelnen Betroffenen als auch gesellschaftlich bedeutsam. Hausärztinnen/Hausärzte nehmen eine zentrale Rolle in der Unterstützung dieser Patienten/Patientinnen ein. In einer randomisierten, kontrollieren Studie soll untersucht werden, ob eine sektorenübergreifende Fallbesprechung von Hausärztinnen/Hausärzten mit Sozialmedizinern der Rentenversicherung und Mitarbeitenden von Jobcentern bzw. Arbeitsämtern Arbeitsunfähigkeitszeiten von Personen mit gesundheitlichem Erwerbsminderungsrisiko reduzieren kann.
Das hausärztliche Setting bietet in den verschiedenen Praxen unterschiedliche organisatorische Rahmenbedingungen zur Durchführung einer Interventionsstudie. Um die Studienabläufe zu optimieren, soll daher vorab eine Machbarkeitsstudie mit frühzeitigem Einbezug der beteiligten Akteure durchgeführt werden. Die Studie rehapro-SERVE wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (FKZ: 661R0053K1).

Fragestellung / Diskussionspunkt

Wie können die Studienabläufe inklusive virtueller Fallbesprechung gut in das hausärztliche Setting integriert werden?

Inhalt

In der zweiarmige randomisierten, kontrollierten Studie rekrutieren n=8 Hausärzte/Hausärztinnen jeweils n=2 Patient/innen. Die Fälle der Patienten/Patientinnen in der Interventionsgruppe werden in einer virtuellen Fallbesprechung von Hausärztinnen/Hausärzten mit Sozialmedizinern der Rentenversicherung und Mitarbeitenden von Jobcentern bzw. Arbeitsämtern diskutiert und empfohlene Rehabilitationsleistungen den Studienteilnehmern/Studienteilnehmerinnen angeboten. Die Kontrollgruppe erhält (therapy-as-usual). Eingeschlossen werden Personen zwischen 40 und 60 Jahren mit Arbeitsunfähigkeit aufgrund von muskuloskelettalen, onkologischen oder psychischen Erkrankungen.  Neben sozio-demographischen Daten werden die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage, Arbeitsfähigkeit (Work Ability Index), gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36) und depressive Symptome (Hospital Anxiety and Depression Scale) erhoben. Die Machbarkeitsstudie wird die Studienabläufe inklusive Rekrutierung, Datenerhebung und Austrittsraten untersuchen. Mittels Interviews mit Hausärztinnen/Hausärzten und Patienten Studienteilnehmern werden die Akzeptanz der Studienprozesse evaluiert.

Die Machbarkeitsstudie beginnt im Frühjahr 2021, sodass beim Kongress erste Ergebnisse präsentiert werden können.

Take Home Message für die Praxis

Eine gute Integration der Studienabläufe in den hausärztlichen Arbeitsalltag kann die Teilnahmebereitschaft von Hausarztpraxen an Forschungsprojekten fördern. Auch mit Hinblick auf eine mögliche Verstetigung der Intervention ist die frühzeitige Berücksichtigung der verschiedenen Rahmenbedingungen sinnvoll.

Stichwörter: Sektorenübergreifende Versorgung, Rehabilitation, Virtuelle Fallbesprechung
17:25 OS-01-06

Digitale Anamnese vor der Sprechstunde: Entwicklung und Einsatz eines digitalen Tools zur Erhebung von Informationen von Patient*innen in der primärärztlichen Versorgung (Projekt DASI) (#59)

E. M. Noack1, T. Schmidt1, J. Schäning1, M. Haupt1, J. Schulze1, E. Hummers1, F. Müller1

1 Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Niedersachsen, Deutschland

Hintergrund

Die ambulante Akutversorgung erfolgt außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten meist in Bereitschaftsdienstpraxen. Anders als in hausärztlichen Praxen sind hier Ärzt*innen und Patient*innen einander meist nicht bekannt. So besteht die Herausforderung für die Ärzt*innen darin, in der knappen Konsultationszeit notwendige Informationen und Untersuchungsbefunde für differentialdiagnostische Überlegungen und Therapieplanung zu erhalten und die Konsultation zu dokumentieren. Gleichzeitig liegt der Fokus auf einem wertschätzenden Umgang mit den Patient*innen.

Im Projekt DASI möchten wir eine Intervention entwickeln und einsetzen, mit der Patient*innen mit akutem Behandlungsbedarf wichtige Informationen vor der Behandlung digital zur Verfügung stellen können.

Fragestellung / Diskussionspunkt

  • Validierungsstudie: Können wir mithilfe eines digitalen Informationserhebungssystems im primärmedizinischen Bereich zuverlässige Angaben von Patient*innen erhalten?
  • Interventionsstudie: Können wir die Versorgung verbessern, wenn Patient*innen den behandelnden Ärzt*innen relevante Informationen vor der Konsultation zur Verfügung stellen?

Inhalt

Mithilfe eines digitalen Tools können die Patient*innen vor der Sprechstunde zu ihrem Beratungsanlass befragt werden. Es werden relevante Informationen zu aktuellen Beschwerden, zum Krankheitsverlauf und zur Krankenvorgeschichte erhoben. Diese Angaben stehen den Ärzt*innen vorab im Praxisinformationssystem zur Verfügung. Mit dieser Vorab-Anamnese soll die knappe Konsultationszeit besser genutzt werden können. So können die Ärzt*innen direkt auf die Anliegen ihrer Patient*innen eingehen und es bleibt mehr Zeit für Rückfragen und Beratung. Zudem wird die ärztliche Dokumentationsarbeit verringert. Den Patient*innen ermöglicht das Tool eine gezielte Vorbereitung auf die Konsultation.

Nach der Entwicklung wird die Intervention zunächst getestet (Validierungsstudie). Anschließend folgt der Einsatz im Rahmen einer klinischen Studie in Bereitschaftsdienstpraxen (Interventionsstudie).

Damit die mit dem Tool erhobenen Informationen langfristig genutzt, z.B. in die elektronische Gesundheitsakte übertragen werden können, soll zu Projektende basierend auf SNOMED CT ein einheitliches Datenformat für die Kodierung von Anamnesedaten entwickelt werden.

Take Home Message für die Praxis

Wir bringen die papierbasierte Patient*innenbefragungen ins digitale Zeitalter. Die erhobenen Informationen können die hausärztliche Arbeit erleichtern und sollen für eine nachhaltige Nutzung zur Verfügung stehen. So kann auch die Versorgung der Patient*innen verbessert werden.

Stichwörter: Digitalisierung, Anamnesesoftware, Bereitschaftsdienst
17:33 OS-01-07

PERFORMATIVE METHODEN IN ONLINE-SEMINAREN - ist das möglich? (#146)

M. Bischoff1, J. Eismann-Schweimler1, C. Schneyinck1

1 Universitätsklinik Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Baden-Württemberg, Deutschland

Hintergrund

Performative Methoden im Studium und in der Weiterbildung können zur Erlangung von Handlungskompetenzen für den medizinischen Alltagsprozess beitragen. Durch das spielerische Ausführen von Handlungen im lernenden Kontext (z.B. Darstellung von Behandlungssituationen, Krankheitsbildern oder wissenschaftlichen Texten) wird nachhaltiges Lernen gefördert. Zu den gängigen performativen Methoden gehören „teacher in role“, „Statuentheater“ und die „Diashow“. In Präsenz leben diese Gruppenaktionen vom gemeinsamen Darstellen und Erarbeiten. Im Online-Format müssen die Ausgestaltungsmöglichkeiten der perfomativen Methoden neu gedacht und adaptiert werden.

Fragestellung / Diskussionspunkt

Sind performativen Methoden für online Seminare geeignet? Wenn ja, welche?

Inhalt

Im Rahmen der Online-Seminaren wurde in Freiburg die Methode „teacher in role“ eingesetzt. Eine Lehrende schlüpfte z.B. in die Rolle der zu beratenden Mutter, deren Tochter gegen HPV geimpft werden soll. Im virtuellen Kleingruppenraum führte eine Ärztin in Weiterbildung (ÄIW) mit ihr das Impfgespräch. Die weiteren Anwesenden beobachteten und gaben am Ende ein Feedback. Auf dies Weise konnten die inhaltlichen Aspekte (z.B. Impfaufklärung) spielerisch vermittelt und Kommunikationskompetenzen gelernt und reflektiert werden.

Die Methode „Statuentheater“ wurde im Online-Seminar zum Thema "wenn die Seele hilfe ruft" eingesetzt. Jede Teilnehmende nannte ein Wort oder einen Satz, den sie mit dem Thema verband. Nach einem Gong sollten alle Teilnehmenden vor der Kamera in einer für sie dazu passenden Position verharren. Dieser Einstieg in ein Thema dient einerseits der Aktivierung der Teilnehmenden und ermöglicht andererseits eine komprimierte Darstellung verschiedener Sichtweisen auf das Thema. Im Verlauf der Unterrichtseinheit kann auf die eingangs entstandenen „Statuen“ (z.B. durch einen Screenshot) immer wieder Bezug genommen werden.

Take Home Message für die Praxis

In Online-Seminaren können performative Methoden wie" teacher in role" und Statuentheater eingesetzt werden. Das spielerische Lernen mit verschiedenen Themen ist auch im Online-Format möglich.

Stichwörter: performative Methoden, Online-Seminar, didaktische Methoden, teacher in role, Statuentheater